Hat sichtlich Freude am Gedankenaustausch: Rosa Hübner
Sie arbeitet als Gesundheitsmanagerin, bringt Auslandserfahrung mit und hatte es im Judo sogar zur Leistungssportlerin gebracht: Die 34-jährige Rosa Hübner bewirbt sich um das Landtagsmandat im Westallgäu. Am 11. Juli stellte sie sich in Kißlegg vor und machte deutlich: „Ich stehe wieder auf der Matte und kämpfe“.
Wofür sie sich besonders einsetzen will? Einmal für die „hochqualifizierten Fachkräfte“ in der Automobilindustrie, die „zunehmend im Regen stehen gelassen werden“. Die Situation kennt sie nach ihrer Ausbildung als Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistungen der spanischen Branche aus erster Hand. Genauso treibt sie der Fachkräftemangel um, „der sich mit Renteneintritt der Babyboomer erheblich verschärfen wird“.
Bürokratieabbau kann „auf den Holzweg“ führen
Zu einer gewissen Vorsicht mahnt sie bei der allgegenwärtigen Forderung nach Abbau von Bürokratie. „Wie man dabei auf den Holzweg“ gelangen kann, zeige sich angesichts der 15.000 fehlenden Erzieher. Statt mehr in Qualifizierungen zu investieren, habe die Landesregierung den Fachkräfteschlüssel gesenkt und setze auf „Ergänzungskräfte“, die teils nach nur 160 Stunden Weiterbildung eingesetzt werden. „Ich habe in Spanien erlebt, wie frühkindliche Bildung ab dem dritten Lebensjahr kostenfrei und mit akademisch ausgebildetem Personal möglich ist. Das wünsche ich mir auch für Baden-Württemberg“.
„Herzensthema“ Gesundheit
Nicht nur von Berufs wegen liege ihr das Thema Gesundheit „besonders am Herzen“, das die „Voraussetzung für Teilhabe in allen Lebensbereichen“ bilde. Schließlich würdigte sie das Wirken von Gemeinderätin Monika Dobler, die zu diesem Gesprächsabend eingeladen hatte. „Sie bringt Menschen zusammen“. In der Tat: Gut 35 Interessierte, keineswegs nur SPD-Anhänger, sprachen und diskutierten an drei Tischen angeregt teils bis spät in die Nacht. Zu denen neben dem früheren Bundesarbeitsminister Walter Riester auch der Filmemacher Leo Hiemer gehörte. An dessen Tisch entstand die Idee, Rosa Hübner solle sich seinen 1985 entstandenen Kultfilm „Daheim sterben die Leut“ ansehen. Sie fühlt sich nach gut zwei Jahren in Isny zwar schon „pudelwohl“. Beim Verständnis der Westallgäuer Dialekte gebe es aber durchaus noch „Luft nach oben“.