Durch die Hintertür landet nicht nur in Bad Waldsee genmanipuliertes Essen auf den Tisch

Veröffentlicht am 18.06.2014 in Ortsverein

Juni 2014 - Position der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden zum Beschluss des EU-Umweltministerrats zur Einführung der sogenannten „opt-out-Regelung“ bei der Zulassung zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen.

Schleichend droht der Verlust einer Gentechnikfreiheit auf den Äckern in der EU insgesamt. Dies hat Folgen für die Umwelt und deren Artenvielfalt sowie für Menschen in Bad Bad Waldsee und weltweit. Künftig werden 28 EU-Mitgliedsstaaten die Wahlmöglichkeit haben gentechnisch veränderte Pflanzen zum Anbau zuzulassen oder abzulehnen.13 genveränderte Pflanzen sind bereits im Zulassungsverfahren, weitere werden folgen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sich einzelne Länder unter dem ökonomischen Druck der Saatgut und Pestizide liefernden Konzerne für Eingriffe in die Schöpfung entscheiden.

Viele Verbraucher können gar nicht mehr entscheiden, was auf ihren Tellern landet. In der Gemeinschaftsverpflegung wie z. B. in Mensen, in REHA-Kliniken, in Krankenhäusern oder in Senioreneinrichtungen zählen nur die Preise, selten die Herkunft oder die Produktionsweisen von Lebensmitteln. Beim globalen Lebensmitteleinkauf spielen die Kosten eine wichtige Rolle. Den Verbrauchern wird somit genmanipuliertes Essen einfach untergejubelt - ohne ausreichende, klare Kennzeichnung - auch in Staaten mit einem Anbauverbot. Insofern bietet ein gesetzliches Anbau-Verbot in Deutschland im Prinzip keinen Schutz vor der grünen Gentechnik.
Über mögliche Spätfolgen ist wenig bekannt. Grüne Gentechnik-Konzerne forschen einseitig intransparent. So zahlen weltweit Menschen, die sich keine Genfreiheit auf dem Teller leisten können, die Zeche – als unfreiwillige Versuchspersonen. Hoffentlich verhindert Bad Waldsee die Niederlassung eines großen "Schnell-Ess-Konzerns" , der sich vor kurzem öffentlich zur Gentechnik bekannte. Es stünden nicht ausreichende Mengen an gentechnikfreien Lebensmitteln (auf dem Weltmarkt) zur Verfügung, so die Begründung.

Annette Uhlenbrock

 

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