Doris Spieß, Udo Mann, Helga Bayha, Dr. Wolfgang Marcus, Siegfried Börner und Landtagskandidatin Christel Ulmer
Eine Ehrenurkunde, überreicht von der Ortsvereinsvorsitzenden und Stadträtin Doris Spieß, und eine Ehrennadel aus der Hand der Landtagskandidatin Christel Ulmer für seine 65-jährige Mitgliedschaft in der SPD konnte der langjährige Ortsvereinsvorsitzende Siegfried Börner entgegennehmen. Börners langjähriges Eintreten für die Ziele der Sozialdemokratie brachte ihm darüber hinaus die Willy-Brandt-Medaille ein, die höchste Auszeichnung, die die SPD an ihre Mitglieder zu vergeben hat.
In ihrer Laudatio zeichnete Spieß das Leben eines Mannes nach, der sich in ungewöhnlichem Maße als Bürger politisch engagiert hat. Mit 19 Jahren ist der gebürtige Sachse Börner 1945 in die SPD und zugleich in die IG Metall eingetreten. Die Zwangsvereinigung von SPD und KPD in der Sowjetzone trieb ihn 1951 in den Westen. In Weingarten fand er seine zweite Heimat. Seine Geradlinigkeit bewies Börner, als er aus Protest gegen die große Koalition von 1966 bis 1969 sein Amt als Ortsvereinsvorsitzender zeitweise niederlegte, und 1974 als der Befürworter des Zusammenschlusses von Ravensburg und Weingarten sein Mandat als Stadtrat aufgab, nachdem die Pläne am Widerstand der Bevölkerungsmehrheit gescheitert waren.
Bescheidener Gewerkschafter
In seiner kurzen Dankesrede wies der stets bescheiden gebliebene Gewerkschafter und Politiker darauf hin, dass er die Annahme des Bundesverdienstkreuzes abgelehnt habe, da er seine Tätigkeit nicht in dieser Form geehrt habe wollte. Die Willy- Brandt-Medaille sei ihm jedoch als Ehre und Auszeichnung willkommen.
Für ihre 40-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Professor Dr. Wolfgang Marcus und Stadtrat Udo Mann. Der Stadtrat und gelernte Bauingenieur Mann nutze die Gelegenheit für ein Bekenntnis zu einer zugleich an sozialen und ökologischen Werten und an den zu lösenden sachlichen Problemen orientierten Kommunalpolitik. Dabei habe er seine politischen Überzeugungen und sein fachliches Wissen verbinden können. Auch im Ruhestand sei es ihm noch ein Bedürfnis, an der Verbesserung der Lebensbedingungen alter Menschen oder der Studierenden in der Welfenstadt mitzuwirken.
Die Fraktionvorsitzende Helga Bayha bescheinigte ihrem Kollegen eine hohe fachliche Kompetenz und ein sicheres politisches Urteil. Sein Beitrag sei für die Fraktion unentbehrlich. Den langjährigen Mitgliedern, die an der Teilnahme der Jubilarehrung verhindert waren – Walter Boenchendorf (40 Jahre) sowie Stefan Falkner, Dr. Michael Hermann und Professor Dr. Norbert Kruse (jeweils 25 Jahre) – werde sie Urkunde und Nadel persönlich überbringen, kündigte die Ortsvereinsvorsitzende an.
aus der Schwäbischen Zeitung vom 17.12.2010