Gedenktag für Baienfurter NS-Opfer am 25.01.2017

Geben wir den Opfern ihre Würde zurück

Rund 30 Baienfurterinnen und Baienfurter aber auch Gäste aus den umliegenden Gemeinden sind der Einladung der SPD gefolgt und haben in einer Feierstunde der Baienfurter Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Eingeladen hatten die Ortsvereinsvorsitzende Brigitta Wölk sowie die Kreisvorsitzende und Bundestagskandidatin Heike Engelhardt. Im evangelischen Gemeindehaus hieß Pfarrer Eberhard Seyboldt die Gäste willkommen und dankte ihnen, dass sie die Erinnerung an die Verfolgten, Ausgegrenzten und Ermordeten lebendig halten.

Heike Engelhardt begrüßte besonders die Mitglieder der Familien, die ein Opfer des Nationalsozialismus als Angehörige zu beklagen haben und erinnerte an den jüngst verstorbenen Altbundespräsidenten Roman Herzog, der den 27. Januar, den Tag, an dem 1945 Alliierte das KZ Auschwitz befreit haben, als nationalen Gedenktag ausgerufen hatte.

„Warum haben wir uns heute hier eingefunden, warum gedenken wir der Opfer?“, fragte die Kreisvorsitzende. Sie bezeichnete Forderungen nach einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“, wie sie jüngst ein Politiker geäußert hatte, als „eine Ungeheuerlichkeit, angesichts des unermesslichen Leides, das durch Deutschland über Millionen von Menschen in Deutschland und in Europa gekommen ist“. Die Antwort auf ihre Frage nach dem Grund der Versammlung gab sie selber: „Weil wir es nicht zulassen dürfen, dass die Opfer des Nationalsozialismus ein weiteres Mal verhöhnt werden. Weil wir es nicht zulassen dürfen, dass die Mahnmale und Denkmäler, die an diese Opfer erinnern, beschmutzt werden.“

Die Bundestagskandidatin berichtete über die akribisch geplante Mordaktion an geistig Behinderten und psychisch Kranken, die in der Berliner Tiergartenstraße 4 und dann über die Innenministerien und schließlich die Anstalten organisiert wurde. Vom Sitz der Organisation leitete sich auch der Name „T 4-Aktion“ ab. „Und dann fahren im ganzen Land graue Busse in die Tötungsanstalten. 70000 Menschen wurden 1940 und 1941 in der Zentralen T 4-Aktion ermordet. Die Angehörigen bekamen Trostbriefe. Oft wurden ein falsches Sterbedatum, ein falscher Sterbeort angegeben“, berichtete Heike Engelhardt.

Sie erwähnte, dass aus der Gemeinde Baienfurt 10 ermordete Frauen und Männer bekannt seien, sechs davon wurden in Grafeneck im Tötungslager mit Kohlenmonoxid grausam umgebracht. Sie verwies auf die von Uwe Hertrampf zusammengetragenen Informationen, die im Denkort Baienfurt im NS-Gedenkstättenkuratorium dokumentiert sind.

Über drei dieser Opfer erfuhren die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung Näheres. Recherchiert hatten diese Detailinformationen Brigitta Wölk und eine Gruppe aus den Weissenauer Werkstätten des ZfP. Sie hatten ein Hörspiel erarbeitet, das ebenfalls an dem Abend vorgespielt wurde. Nach der offiziellen Gedenkstunde, an deren Abschluss Heike Engelhardt die Namen und Kurzschicksale aller zehn Opfer vortrug, diskutierten die Gäste noch intensiv.

Sie wollen die Erinnerung wachhalten und wachsam bleiben, wenn heute davon die Rede ist, dass Manche unsere Unterstützung und Solidarität nicht verdient hätten, wenn Menschen ausgegrenzt werden. „Wenden wir uns dagegen, dass unsere Gesellschaft verroht“, sagte Heike Engelhardt zum Abschied.

 

Für den Vorstand

Brigitta Wölk

 

SPD-Frauen Bad Waldsee: Solidarität mit geflüchtete Frauen und Mädchen

Anlässlich des Internationalen Weltflüchtlingstages am morgigen 20. Juni 2015 erklärt die Ortsvereinsvorsitzende und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Annette Uhlenbrock

Über 50 Millionen Menschen sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen derzeit auf der Flucht. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Frauen und Mädchen. 33 Prozent der Asylanträge in Deutschland werden von Frauen und Mädchen gestellt. In der medialen Flüchtlingsdebatte sind Mädchen und Frauen jedoch kaum präsent.

Ein Fachgespräch der SPD-Frauen zur besonderen Situation von geflüchteten Frauen und Mädchen am 13. Juni 2015 hat klar gezeigt: Auf geschlechtsspezifische Bedürfnisse von Frauen und Mädchen wird kaum Rücksicht genommen. Dringender Handlungsbedarf besteht bei der Unterbringung von geflüchteten Frauen und Mädchen, insbesondere in Sammelunterkünften. Oft sind sie traumatisiert durch Formen sexualisierter Gewalt. Gerade für diese Frauen brauchen wir Schutz- und Rückzugsräume. Lange Wege und von Frauen und Männern gemeinsam benutze Waschräume fördern Gewalt und sexuelle Übergriffe – hier sind dringend Maßnahmen zum Schutz der Frauen und Mädchen erforderlich.

Für Fortschritt und Gerechtigkeit. Eine Chronik der SPD

Andrea Nahles/Barbara Hendricks (Hrsg.), 2013
150 Jahre SPD: Auch im SPD-Kreisverband Ravensburg
An die revolutionäre Tat von Ferdinand Lassalle, der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins am 23.Mai 1863 in Leipzig, erinnerte dieses Jahr 2013 auch der SPD-Kreisverband Ravensburg. Jubiläumsfeiern und Ausstellungen in Isny und Weingarten zeigten den Aufstieg der bedeutendsten demokratischen Partei in Deutschland bis zur Gegenwart. Wichtige Gedenktage stehen der SPD Ravensburg 2014 und 2019 ins Haus.

Parteijubiläum 2013 - Nur wenn man weiß, woher man kommt, weiß man auch, wohin man will!

Im Jahre 2013 wird die SPD 150 Jahre alt. Wir Sozialdemokraten wollen uns in diesem Jahr als Partei mit einer langen und stolzen Tradition präsentieren. Wir wollen uns erinnern, vor welchen Herausforderungen die Sozialdemokratie stand, mit welchen Antworten sie diesen entgegengetreten ist und was wir erreicht haben. Wir wollen zeigen, welche Persönlichkeiten unsere Partei geprägt haben. Auf Bundes- und Landesebene werden Veranstaltungen zu diesem Jubiläum vorbereitet.

Integrationsministerin Öney führt Gespräch in Ravensburger Rathaus

Ravensburg - Die Baden-Württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney nahm sich am Montag auf Bitten des SPD-Bundestagskandidaten Hannes Munzinger Zeit für das Integrationskonzept der Stadt Ravensburg. An dem Gespräch nahmen die Ministerin, der erste Bürgermeister Hans Georg Kraus, SPD-Kreisvorsitzender Felix Rückgauer, sein Stellvertreter Hannes Munzinger und weitere Vertreter von Stadt und SPD teil.

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